Narrenzunft Calw e. V.

Die Geschichte der Calwer Stadthexe

Calwer StadthexeDie Calwer Stadthexe soll an den einzigen Hexenprozess der Stadt Calw erinnern. Anna Hafner (1603-1683), die Mulflerin genannt wurde, lebte gemeinsam mit Ihrem 11-jährigen Stiefenkel Bartlin Säb (1672-1683) und 3 Stieftöchtern in armen Verhältnissen in Calw. Sie verstand es Tränke und Salben aus Kräutern herzustellen und kam so in den Ruf der Hexerei. Bartlin stand seit Jahren unter dem Verdacht den 6-jährigen Sohn des Schulmeisters vergiftet zu haben.

Ein etwas älterer Freund von Bartlin war Veit, der Sohn eines vornehmen Bürgers aus Calw. Die Freundschaft wurde nicht gern gesehen. Aus Angst vor den harten Züchtigungen seiner Mutter, log er böße Geschichten von Hexerei und Verfluchungen zusammen. Kinder aus Calw würden zu Hexentänzen auf dem Brühl (heutige Parkanlage) verführt, er habe den Namen Jesu verfluchen müssen und sei auf den Teufel getauft worden.

Die Mulflerin und Bartlin leugneten, aber unter der Qual der harten Folter gaben sie alles zu. Sie kamen beide in den "Langen" (Gefängnis) und ein Rechtsgelehrter der Universität Tübingen fällte das Urteil, dass die 80- jährige Mulflerin" dem Scharfrichter an seine Hand und Band geliefert, von demselben auf das Hochgericht geführt und ihr zur wohlverdienten Strafe mit Feuer vom Leben zum Tod gerichtet werden, sowie das Bartlin mit dem Schwert vom Leben zum Tod gerichtet und sein Körper zu Asche verbrannt werden solle". Aus der ganzen Umgebung war am 18. Dezember 1683 das Volk zusammengeströmt, um sich das seltene und hochinteressante Schauspiel, eine Hexe brennen zu sehen, nicht entgehen zu lassen. Ein mächtiges Feuer aus 40 Büscheln Reisig und 6 klaster Holz verzehrte die Leiber der Unglücklichen. Die hohen Kosten (225 Silberlinge) trug die Stadt.

Die Stieftöchter und andere Calwer Frauen mussten Stadt und Amt unter Schimpf und Schande verlassen. Bei Weil der Stadt wurden sie durch Schläge und Steinwürfe so misshandelt, dass eine von ihnen starb. Infolge dieser Vorgänge herrschte in Calw eine solche Aufregung, dass Militär zur Aufrechterhaltung der Ordnung abgeschickt werden musste.

Das Häs der Calwer Stadthexe

Das Häs besteht aus einem schwarzen Rock und einer roten Schürze. Darunter verbirgt sich eine weiße Spitzenunterhose, schwarz/rot geringelte Socken und Strohschuhe. Über die schwarze Jacke kommt eine rote Stola. Auf allen Teilen finden sich gelb- und orangenfarbene Flammen die an die Hexenverbrennung erinnern.

Dazu gehört für die Stadthexe eine handgeschnitzte Maske aus Lindenholz mit Pferdehaar von einem Grauschimmel. Das schwarze Maskentuch, ebenfalls mit Flammen, darf dabei nicht fehlen, ebenso wie der Hexenbesen.